Spuren

Wir standen an der Lichtung im Wald, mit Blick auf Köln in der Ferne. Meine Freundin und ich wollten uns eigentlich schon längst verabschiedet haben, aber irgendwie hat es uns doch noch zusammengehalten – wahrscheinlich, weil die letzten Sätze, die wir miteinander geteilt haben, so wichtig für uns waren. Es hatte sich mal wieder dieses Gefühl bei ihr angeschlichen, das wir beide nur zu gut kennen. Da ist diese ganz bestimmte Mischung aus Wärme und Schwere, die sich manchmal in uns breitmacht, wenn wir an „Sie“ denken. Sie, das sind die Menschen, mit denen wir uns mal so verbunden gefühlt haben und es irgendwie auch immer noch sind. Alte Lieben und welche, die es vielleicht mal hätten werden können. Freundinnen und Freunde, die uns mal die Welt bedeutet haben und unglaublich viele Momente mit uns geteilt haben.

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Landlust

Ich schaue durch das Autofenster nach draußen und der warme Fahrtwind weht mir um die Nase. Die Landschaft zieht an mir vorbei und damit auch der Geruch von frisch gemähtem Gras und Bauernhof ins Auto herein. Hach, hier ist alles so grün und weit um mich herum. Die Kühe liegen auf den Weiden und lassen sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Sie kauen dabei ganz genüsslich das Gras, langsam und mit so viel Gemütlichkeit, dass ich grinsen muss. Warum können wir Menschen das eigentlich oft so schlecht? Einfach mal Faulenzen und es uns gutgehen lassen?

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Das Ende des Sommers

Ich bin ein Kind des Spätsommers – und das hat mir in meiner Kindheit so gar nicht gefallen. Damals hätte ich viel lieber im Juni oder im Juli Geburtstag gehabt, denn das war für mich „der richtige Sommer“. Ende August hat sich zwar noch nicht nach Herbst, aber auch nicht mehr nach dieser Leichtigkeit angefühlt. Das war ein Dazwischen, das mir so nicht genug war. Doch je älter ich wurde, desto mehr konnte ich diese Zeit auch von ihrer anderen Seite kennenlernen und habe immer mehr gespürt: Auch wenn ich es früher nie gedacht hätte, der Spätsommer fühlt sich irgendwie nach mir an.

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Liebes Tagebuch,…

Liebes Tagebuch,
du merkst wahrscheinlich schon an diesen beiden kleinen Wörtern, dass etwas anders ist als sonst. Denn normalerweise fangen meine Einträge nie so an. Mit „Liebes Tagebuch“ habe ich dich vielleicht noch als Kind angesprochen, weil ich dachte, dass man das so machen muss, um auch wirklich offiziell ein Tagebuch zu schreiben. Das hat für mich quasi dazugehört. Aber heute haben meine Einträge eigentlich kaum noch etwas damit zu tun.

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Abends am Fenster

Ich liebe diese Abende am Fenster, wenn ich vor dem Schlafengehen nochmal kurz mein Zimmer durchlüfte. Eigentlich will ich nur ein bisschen frische Luft hereinlassen, damit ich besser schlafen kann und es angenehm kühl ist. Aber irgendwie wird daraus doch immer wieder mehr. Und schneller als ich gucken kann, sitze ich auf dem Sessel, der direkt an meinem Fenster steht. Ich schaue hinaus und tauche ein in die Dunkelheit.

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Die Spaziergängerin

Ich habe schon viele Texte über meine Zeit in der Natur und meine Spaziergänge geschrieben. Mal waren sie länger, manchmal auch bloß ganz kurze Gedankenschnipsel. Doch alle diese Texte habe ich nur auf meinem Instagram Kanal geteilt – hier auf meinem Blog, da habe ich noch nie wirklich darüber geschrieben. Wahrscheinlich, weil es ein wichtiges Thema für mich ist und ich darüber nicht nur einfach so schreiben wollte. Nein, wenn dann soll es auch ein ganz besonderer Beitrag werden, damit er alles ausdrücken kann, was ich fühle. Und das wird jetzt dieser Beitrag hier.

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Wenn ich die Farbe wechsle

Es ist Januar. Die meisten Tage sind kurz und grau und verregnet. Wenn ich nach draußen schaue, dann scheint alles um mich herum in einem tiefen Winterschlaf zu stecken und noch lange nicht daran zu denken, aufwachen zu wollen. Und auch wenn ich den Januar deshalb oft leise verflucht habe, weiß ich gleichzeitig, dass ich ihn genauso brauche. Denn gerade, weil im Moment alles ruht und ich im Außen nichts finden kann, habe ich meinen Blick nach innen gerichtet. Quasi gezwungenermaßen. Doch eben dieses „gezwungenermaßen“ war tatsächlich das Beste, was mir passieren konnte. Nur so habe ich mich in mir selbst auf die Suche nach Farbe gemacht.

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Ich brauche keine Rettungsweste mehr

Wir kennen sie bestimmt alle, Lebensweisheiten wie: “Carpe diem”, “Live life to the fullest” oder “You only live once”. Normalerweise habe ich solche Sprüche immer ein bisschen belächelt, manchmal vielleicht sogar etwas ironisch mit den Augen gerollt. Das waren für mich Kalendersprüche, die alles, aber damit auch nichts so richtig sagen. Das war mir zu einfach. Irgendwie zu plump. Doch auch wenn ich sie eigentlich gar nicht ernst nehmen wollte, haben sie oft trotzdem ein Gefühl von Druck in mir ausgelöst, so ein leichtes Engegefühl in der Brust. Denn da war sie, die Sorge, dass ich meine Zeit hier auf der Welt nicht richtig nutze und nicht intensiv genug lebe.

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Ein Liebesbrief an den Sommer

Der Sommer 2020 ist anders als all die Sommer zuvor. Er findet nicht an den fernen Stränden der Welt statt, sondern auf den Balkonen der Stadt, an den Badeseen, in den Parks und in all den kleinen und großen Gärten. Gerade deshalb geht es in diesem Jahr für uns alle darum, den Sommer auch hier zuhause lieben zu lernen. Und das bringt bei mir die Frage mit sich, was der Sommer denn eigentlich für mich bedeutet.

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Von der Sehnsucht nach Stille

Wenn es etwas gibt, das die meisten Menschen wahnsinnig einschüchtert, dann ist es definitiv die Stille. Sie hat eine so große Macht, die auf den ersten Blick oft Angst auslösen kann und vor der auch ich gerne mal flüchte. Doch obwohl sie so beängstigend wirken kann, hat die Stille gleichzeitig auch etwas so Anziehendes an sich, von dem ich ganz instinktiv weiß, dass es heilsam für mich ist. Und nicht nur das, sie hat sogar etwas, nach dem sich ein Teil von mir ganz stark sehnt.

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